Du überlegst, ob eine BU oder Unfallversicherung für Dich sinnvoller ist? Hier erfährst Du die Unterschiede!

Zuerst einmal schauen wir uns an, was die einzelnen Produkte im Allgemeinen so können.

Unfallversicherung

Die private Unfallversicherung leistet rund um die Uhr und weltweit nach dem sogenannten “PAUK”-Prinzip.
Plötzlich: Das Ereignis muss unvorhergesehen eintreten
Außen: Die Einwirkung auf den Körper muss von außen entstehen, ein Bandscheibenvorfall zählt zum Beispiel nicht
Unfreiwillig: Die Gesundheitsschädigung darf nicht freiwillig herbeigeführt werden
Körperschädigung: Die Schädigung am Körper muss auf Dauer eintreten (Invalidität)

Ist eine dauerhafte Invalidität eingetreten – dies kann zum Beispiel durch Verlust, teilweise oder vollständige Funktionsschädigung einzelner Gliedmaßen oder Organe sein – wird eine Leistung bezahlt.

In der Unfallversicherung gibt es meist mehrere Bausteine. Grundbaustein und wichtigster Teil ist immer die Invaliditätsleistung. Die Summe wird individuell  bei Vertragsabschluss festgelegt. Je schlimmer die dauerhafte Beeinträchtigung, desto höher die Auszahlung.

Die Invaliditätsleistung kann zum einen natürlich als Schmerzensgeld gesehen werden. Beispielsweise, wenn Du bei einem Unfall den kleinen Finger verlierst. Dies hat wahrscheinlich keine größeren Auswirkungen auf Deinen Alltag. Bei schlimmeren Beeinträchtigungen, wie zum Beispiel einer Querschnittslähmung, kann die Summe zum Beispiel für Umbaumaßnahmen genutzt werden:

  • breitere Türen in der Wohnung
  • behindertengerechtes Badezimmer
  • Treppenlift
  • Umbau vom Auto

In vielen Fällen kann auch weiter gearbeitet werden. Die Leistung ist also weniger dazu gedacht, einen Verdienstunfall auszugleichen, als viel mehr anfallende Kosten abzudecken.

Es können noch viele weitere Leistungen mitversichert werden, beispielsweise:

  • Progression (Die Invaliditätsleistung steigt proportional, je schwerer die Beeinträchtigung ist)
  • Lebenslange Rentenzahlung (unabhängig davon, ob Du weiter arbeiten kannst oder nicht)
  • Kosmetische Operationen
  • Sofortleistung bei Schwerverletzungen
  • Krankentagegeld
  • Krankenhaustagegeld
  • Bergungskosten
  • Tod

Der Vergleich einzelner Tarife ist dabei gar nicht so leicht. Billigangebote sind meist Augenwischerei. Natürlich ist die Leistung bei Vollinvalidität, einer Grundsumme von 100.000 EUR und einer Progression von 500 % immer gleich (500.000 EUR). Aber bei den meisten Unfällen tritt keine Vollinvalidität ein. Und in den Bedingungen der Tarife ist zum einen die Gliedertaxe geregelt – hierbei wird der Wert eines jeden Körperteils festgelegt – und zum anderen zu welchem Zeitpunkt die Progression wie stark greift.

Damit Du verstehst, was das in Zahlen genau bedeutet, habe ich Dir anbei ein Bild von drei Tarifen aus dem Vergleichsrechner “softfair” beigefügt, bei dem sich die Leistungen sehr gut vergleichen lassen.

Progression Unfall

Alle drei Tarife haben die gleichen Grundleistungen: 100.000 EUR Invaliditätssumme und 500 % Progression. Wie Du sehen kannst, kommt es hier leider auf das “Kleingedruckte” an.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die BU leistet bereits, wenn Du gesundheitsbedingt für mindestens sechs Monate nicht mehr als 50 % arbeiten kannst. Dabei spielt es keine Rolle, ob dies aufgrund eines Unfalls passiert, oder aufgrund einer Krankheit. Dir wird die volle Höhe der bei Abschluss vereinbarten Rente bezahlt. Entweder, bis Du wieder arbeiten kannst, oder bis zum vereinbarten Endalter.

Im Laufe des Erwerbslebens wird jeder Vierte einmal berufsunfähig. Dabei ist dies in den seltensten Fällen aufgrund von Unfällen. Eine offizielle Statistik gibts von der Deutschen Rentenversicherung Bund für die Fälle von Erwerbsunfähigkeit.

Hier gibt es keine Kapitalzahlung für Umbaumaßnahmen oder ähnliches. Und die Rente gibts auch nur, wenn Du nicht mehr arbeiten kannst. Es handelt sich also um eine konkrete Absicherung Deines Einkommens.

Fazit

Die Frage, ob eine BU oder eine Unfallversicherung sinnvoller ist, kommt oft auf. Wie Du oben jedoch siehst, sind die Leistungen aus den beiden Versicherungen jedoch häufig für völlig unterschiedliche Zwecke. Die Produkte ergänzen sich also eher.

Wenn Du Dich dennoch fragst, was für Dich sinnvoller ist, oder ob Du zuerst eine BU oder eine Unfallversicherung abschließen solltest: Bist Du auf Dein Einkommen angewiesen? Falls ja, sollte die BU ganz klar und auf alle Fälle an erster Stelle stehen! Diese sichert Deine Existenz. Danach kannst Du über den ergänzenden Schutz einer Unfallversicherung nachdenken.

Wenn Du aufgrund von Vorerkrankungen keine BU mehr bekommst, kann es sinnvoll sein, stattdessen eine Unfallversicherung abzuschließen, um sich zumindest vor diesem Risiko zu schützen. Eine echte Alternative ist dies jedoch nicht.

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