Beiträge zur Krankenkasse / Krankenversicherung bei Berufsunfähigkeit

Weißt Du eigentlich, wer die Beiträge für Deine Krankenkasse oder private Krankenversicherung bei Berufsunfähigkeit bezahlt?

Du hast bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen? Das war grundsätzlich schon einmal eine sehr gute Entscheidung!

Beiträge als Arbeitnehmer

Du kennst das ja. Auf der monatlichen Gehaltsabrechnung erscheint oben das Bruttogehalt noch brutal viel, Netto bleibt dann aber net so viel übrig. Das liegt daran, dass Du Lohnsteuer, Kirchensteuer, Arbeitslosenversicherung, Soli, Rentenversicherung und eben auch Kranken- und Pflegeversicherung bezahlst. All das wird in der Regel direkt vom Gehalt abgezogen.

Krankenversicherung bei Berufsunfähigkeit

Doch was passiert, wenn du länger krank bist und sogar berufsunfähig wirst? Bisher wurden die Beiträge zur Hälfte von Deinem Arbeitgeber übernommen. Schauen wir uns Mal an, wer Deine Krankenversicherung bei Berufsunfähigkeit bezahlt.

Private Krankenversicherung

Der einfachste Fall: Du bist privat krankenversichert

Da der Beitrag Deiner privaten Krankenversicherung unabhängig von Deinem Einkommen ist, ändert sich nichts an der Höhe des Beitrags.
Auch wenn Du berufsunfähig bist, bleibst Du privat krankenversichert und bezahlst Deine Beiträge ganz normal weiter – mit dem Unterschied, dass Du keinen Zuschuss vom Arbeitgeber mehr erhältst. Deine Krankentagegeldversicherung solltest Du auf eine “Anwartschaft” umstellen. Damit sparst Du nicht nur einen Teil der Beiträge, Du kannst den Schutz auch ohne Gesundheitsfragen reaktivieren, wenn Du wieder arbeitsfähig bist.

Gesetzliche Krankenkasse

Wenn Du Single und bei einer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert bist

Der Beitrag der gesetzlichen Krankenkasse wird anhand der Höhe Deines Einkommens berechnet (bis zu einer Höchstgrenze). Der Beitragssatz in 2020 beträgt 14,6 % + Zusatzbeitrag.

Eine Rente aus einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung (Schicht 3, häufigste Form) stellt keine Einnahme im Sinne des § 237 SGB V dar. Das bedeutet, dass Du auf die Berufsunfähigkeit keinen Kassenbeitrag bezahlen musst, sofern Du weitere beitragspflichtige Einkünfte hast.

Bekommst Du also zusätzlich zu Deiner privaten Berufsunfähigkeitsrente eine Rente aus der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente, bleibst Du pflichtversichert und die Höhe Deines Kassenbeitrags bemisst sich an der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente.

Hast Du allerdings keine weiteren beitragspflichtigen Einkünfte, wie z.B. die gesetzliche Erwerbsminderungsrente und erhältst ausschließlich Deine Rente aus der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung, wirst Du zum freiwilligen Mitglied in der Krankenkasse und musst somit auch auf die BU-Rente einen Kassenbeitrag bezahlen.

Bekommst Du zum Beispiel 1.500 EUR BU-Rente, könnte die Rechnung so aussehen:
Kassenbeitrag 14 % (ohne Krankengeldanspruch): 210 EUR
Zusatzbeitrag 0,9 % (je nach Kasse): 13,50 EUR
Pflegeversicherung ohne Kind 3,3 % (mit Kind 3,05 %): 49,50
Gesamt für Kranken- und Pflegeversicherung = 273 EUR monatlich
Rest BU-Rente = 1.227 EUR monatlich

Erhältst Du eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente erfolgt die gleiche Rechnung wie oben beschrieben auf die gesetzliche Rente, aber nicht auf die private Berufsunfähigkeitsrente aus Schicht 3.

Wenn Du Single und bei einer gesetzlichen Krankenkasse freiwillig versichert bist

Als freiwilliges Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse bezahlt Du Beiträge auf alle Einkünfte. Somit leider auch auf die private Berufsunfähigkeitsrente. Es erfolgt also die gleiche Beitragsberechnung wie in dem Beispiel eins weiter oben.

Wenn Du verheiratet bist und ihr Beide gesetzliche krankenversichert seid

Eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist grundsätzliche beitragspflichtig. Somit musst Du auf diese genau wie auch als Single Beitrag bezahlen.

Erhältst Du allerdings ausschließlich eine private Berufsunfähigkeitsrente aus Schicht 3, so kannst du evtl. über die kostenlose Familienversicherung bei Deinem Partner/in mitversichert werden und musst ebenfalls keinen Beitrag auf Deine private BU-Rente bezahlen.

Wenn Du gesetzlich krankenversichert bist und Dein/e Partner/in privat

Auch hier gilt: Erhältst Du eine gesetzliche Erwerbsunfähigkeitsrente, bleibst Du pflichtversichert. Bekommst Du allerdings nur eine Rente aus einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung wirst Du wieder zum freiwilligen Mitglied und die Einkünfte Deines Partners/Partnerin werden Dir zu Hälfte mit angerechnet. Das kann sehr schnell sehr teuer werden und bis zum Höchstbeitrag in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung führen! Damit das nicht passiert, vereinbare gerne einen Termin – wir haben da eine Lösung ;-).

Krankenversicherung bei Berufsunfähigkeit: Jeder Fall ist individuell!

Aufgrund der Vielzahl der Möglichkeiten können wir hier nicht alle Beispiele anbieten. Das Thema ist zu komplex und es gibt zu viel zu beachten. Aber Du hast jetzt hoffentlich schonmal einen grundlegenden Überblick erhalten. Auf jeden Fall ist es sehr wichtig, dass Du das Thema bei der Überlegung der Rentenhöhe mit einbeziehst. Bei der korrekten Ermittlung helfen wir Dir gern!

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Übrigens: Renten aus Schicht 1 und 2, also aus der sogenannten “Rürup-” oder “Basisrente” sowie aus der betrieblichen Altersversorgung unterliegen grundsätzlich der Beitragspflicht, wenn du gesetzlich krankenversichert bist.

Nicht nur das Thema Krankenversicherung spielt bei Berufsunfähigkeit eine Rolle, sondern auch das Thema Steuern! Genau wie bei anderen Einkunftsarten gilt hier nicht Brutto = Netto.

Hast Du noch Fragen? Schreib eine Mail oder WhatsApp!
Krankenversicherung bei Berufsunfähigkeit

 

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