Canada Life BU Aktion junge Leute
Canada Life BU Aktion junge Leute

Canada Life hat mit „BU&YOU – it’s a match!“ eine neue Aktion für junge Berufsstarter gestartet.
Auf den ersten Blick klingt das richtig gut: vereinfachte Gesundheitsfragen, Zielgruppe 18 bis 30 Jahre und bis zu 2.000 Euro monatliche BU-Rente.
Ich war ehrlich gesagt zunächst ziemlich begeistert. Doch nach genauerem Lesen bleibt vor allem eine Frage hängen: Ist das wirklich so einfach, wie es auf den ersten Blick wirkt?
Mein erster Gedanke: Juchu, das wird gut
Als ich die Ankündigung zur neuen Canada-Life-Aktion bekommen habe, war meine Erwartungshaltung tatsächlich ziemlich hoch. Und das passiert bei mir bei Sonderaktionen zur Berufsunfähigkeitsversicherung eher selten.
Der Grund dafür ist einfach: Canada Life hat ihre regulären Gesundheitsfragen bereits seit einiger Zeit vergleichsweise angenehm gestaltet. Ambulante Behandlungen werden grundsätzlich nur für die letzten drei Jahre abgefragt, stationäre Aufenthalte nur für die letzten fünf Jahre. Auch psychische Themen fallen in den dreijährigen Zeitraum.
Das ist im Marktvergleich durchaus kundenfreundlich. Noch wichtiger ist aber: Die allgemeinen Fragen sind aus meiner Sicht nicht nur kürzer, sondern auch ziemlich sauber und verständlich formuliert. Keine unnötig verschachtelten Formulierungen, keine völlig überfrachteten Sätze, keine Fragen, bei denen man nach dem dritten Nebensatz vergessen hat, worum es eigentlich ging.
Genau deshalb dachte ich bei der neuen Aktion für junge Berufsstarter: Wenn Canada Life schon regulär ordentlich fragt, dann könnte diese Sonderaktion richtig stark werden.
Die Spannung war also da. Vielleicht sogar ein bisschen zu viel davon.
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Mehr InformationenFür wen gilt die BU&YOU-Aktion?
Bevor wir in die Gesundheitsfragen einsteigen, schauen wir uns kurz die Rahmenbedingungen an. Denn die Aktion gilt nicht für jeden, sondern nur unter klar definierten Voraussetzungen.
Die wichtigsten Rahmenbedingungen
- Die versicherte Person muss berufstätig sein.
- Studenten und Schüler sind von der Kampagne ausgeschlossen.
- Die versicherte Person muss zwischen 18 und 30 Jahre alt sein.
- Die maximale monatliche BU-Rente beträgt 2.000 Euro.
- Die Zusatzoption „Schwere Krankheiten“ kann nicht ausgewählt werden.
- Das Formular ist ausschließlich im Kampagnenzeitraum bis zum 31.12.2026 gültig.
Damit richtet sich die Aktion ziemlich klar an junge Berufseinsteiger, junge Arbeitnehmer und Menschen am Anfang ihrer Karriere. Genau für diese Zielgruppe kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung besonders wichtig sein, weil die Arbeitskraft in diesem Alter häufig der mit Abstand größte Vermögenswert ist.
Und grundsätzlich finde ich es absolut sinnvoll, wenn Versicherer für diese Zielgruppe einfachere Zugangswege schaffen. Junge Menschen haben oft noch keine lange Krankenakte, stehen aber gleichzeitig vor der Herausforderung, dass sie sich mit Versicherungen bisher kaum beschäftigt haben. Eine gute Aktion kann hier also wirklich helfen.
Aber nur dann, wenn sie auch verständlich ist.
Die Gesundheitsfragen: Erst einmal wirkt vieles richtig fair
Wenn man sich die Gesundheitsfragen anschaut, startet das Formular tatsächlich stark. Gerade die Fragen zu Medikamenten und Arbeitsunfähigkeit wirken im ersten Moment angenehm reduziert.
Bei Medikamenten wird nur nach den letzten zwölf Monaten gefragt. Das ist fair. Dinge wie Antibabypille, Vitaminpräparate und Erkältungsmittel müssen nicht angegeben werden. Für viele junge Menschen nimmt das bereits eine ganze Menge Unsicherheit aus der Antragstellung.
Auch die Frage zur Arbeitsunfähigkeit ist aus meiner Sicht ordentlich gelöst. Relevant ist hier, ob man in den letzten zwölf Monaten aus gesundheitlichen Gründen zusammenhängend länger als zwei Wochen nicht arbeiten konnte oder aktuell arbeitsunfähig ist.
Auch das ist fair. Nicht überzogen. Nicht unnötig lang. Nicht künstlich dramatisiert.
Bis hierhin dachte ich wirklich: Genau so kann man vereinfachte Gesundheitsfragen machen.
Auch Frage 5 wirkt zunächst richtig gut
Spannend wird es dann bei der Abfrage der letzten drei Jahre. Hier fragt Canada Life nicht pauschal nach jeder kleinen Beschwerde, sondern nach Beratungen, Behandlungen, Untersuchungen oder aktuell vorgesehenen Maßnahmen wegen Krankheiten oder Beschwerden.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Viele Versicherer fragen nach Beschwerden in den letzten drei oder sechs Monaten. Dann können auch Dinge relevant werden, wegen denen man nie beim Arzt war und wegen denen auch gar keine Behandlung geplant ist. Das sorgt in der Praxis regelmäßig für Unsicherheit.
Canada Life löst das hier zunächst deutlich sauberer. Wenn eine Untersuchung, Behandlung oder Beratung vorgesehen ist, soll sie angegeben werden. Das finde ich absolut nachvollziehbar. Es schützt das Versichertenkollektiv und ist gleichzeitig für Kunden besser greifbar als eine reine Beschwerdefrage.
Und dann kommt der Punkt, an dem ich kurz dachte: Das ist ja fast zu gut.
Denn unter Frage 5 werden konkret nur zwei Bereiche genannt: der Bewegungsapparat und die Psyche.
Also Rücken, Gelenke, Wirbelsäule, Bandscheiben, Frakturen, Unfallfolgen, Depressionen, Angststörungen, Essstörungen, ADHS, Suchterkrankungen und ähnliche Themen.
An dieser Stelle könnte man als Leser schnell denken: Moment mal, andere Bereiche werden gar nicht abgefragt? Keine Haut? Keine Augen? Keine Ohren? Keine Migräne? Keine Allergien? Keine Magen-Darm-Themen? Keine Nieren? Keine leichteren neurologischen Sachen?
Und genau da wurde es für mich interessant.
Die Gesundheitsfragen der Canada Life BU&YOU Aktion
Gesundheitsfragen wortwörtlich anzeigen
Gesundheitsfragen
(Ergebnisse prädiktiver Gentests, d. h. Gentests ohne Vorliegen einer Krankheit, müssen nicht angegeben werden.)
1] Bitte geben Sie Ihre Größe und Ihr Gewicht an.
2] Haben Sie in den letzten 12 Monaten geraucht (z.B. Zigaretten, E-Zigaretten, Zigarren, Vapes, Pfeifen oder andere nikotinhaltige Produkte)?
ABFRAGEZEITRAUM DER LETZTEN 12 MONATE:
3] Wurden Ihnen apotheken- oder verschreibungspflichtige Medikamente (in Form von z. B. Tabletten, Spritzen, Salben) verordnet,
verabreicht oder empfohlen? Antibabypille, Vitaminpräparate und Erkältungsmittel müssen nicht angegeben werden.
Wenn ja, weshalb? Bitte nennen Sie die Erkrankung oder geben Sie den Grund an:
4] Waren Sie aus gesundheitlichen Gründen zusammenhängend mehr als 2 Wochen nicht in der Lage,
Ihrer beruflichen Tätigkeit nachzugehen oder sind Sie aktuell arbeitsunfähig?
Wenn ja, in welchem Zeitraum und weshalb? Bitte geben Sie den Grund an:
ABFRAGEZEITRAUM DER LETZTEN 3 JAHRE:
5] Sind oder waren Sie bei Ärzten, Heilpraktikern, Physio-, Psychotherapeuten oder sonstigen nicht ärztlichen Therapeuten in Beratung, in Behandlung (auch ambulante Operationen) oder zur Untersuchung oder sind solche Maßnahmen derzeit wegen Krankheiten oder Beschwerden in den folgenden Bereichen vorgesehen?
5.1] Bewegungsapparat (Knochen, Sehnen, Bänder, Gelenke, Wirbelsäule, z.B. Rückenschmerzen, Fraktur, Bandscheibenschaden, Abnutzung, Unfallverletzung, Lähmung, Amputation, Gelenkschmerzen/ Arthrose)
5.2] Psyche (z.B. Depression, Angststörung, Zwangsstörung, Essstörung, Suchterkrankung, AD(H)S)
6] Besteht oder bestand bei Ihnen eine dauerhafte (chronische) Erkrankung oder eine dauerhafte (chronische) Infektion (z.B. Krebserkrankung, Diabetes, Multiple Sklerose, Epilepsie, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Einschränkung der Nierenfunktion, Hepatitis B/C, HIV) oder wurden Sie wegen einer dieser Erkrankungen von einem Kardiologen, Orthopäden, Psychiater, Onkologen, Neurologen oder von einem anderen Facharzt oder sonstigen Behandler untersucht, behandelt oder beraten?
ABFRAGEZEITRAUM DER LETZTEN 5 JAHRE:
7] Haben stationäre Aufenthalte (Krankenhaus, Operation, Rehabilitation, Kur, Entzugsklinik (Alkohol, Drogen),
psychosomatische Klinik) stattgefunden oder wurden Ihnen solche aktuell angeraten? Wenn ja, wann und weshalb?
Bitte geben Sie den Grund und die Fachrichtung an:
8] Konsumieren oder konsumierten Sie Drogen (z.B. Cannabis) oder Betäubungsmittel oder wurden Sie wegen der Folgen
von Alkoholkonsum beraten oder behandelt?
Falls ja, geben Sie bitte Drogenart, Menge und Häufigkeit an. Welche Behandlung erfolgte oder erfolgt zurzeit?
9] Beziehen, bezogen oder beantragten Sie eine Rente wegen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit, Unfallinvalidität oder aus anderen gesundheitlichen
Gründen? Besteht eine anerkannte Behinderung (GdB)/Erwerbsminderung (MdE) oder ist/wurde die Feststellung beantragt?
Falls ja, welche und was ist der Grund der Beeinträchtigung?
Und dann kommt Frage 6
Frage 6 ist aus meiner Sicht der entscheidende Punkt der gesamten Aktion. Und genau diese Frage musste ich mehrfach lesen.
Nicht, weil ich das Thema nicht kenne. Sondern weil in dieser einen Frage so viel steckt, dass sie aus meiner Sicht für normale Kunden kaum sauber zu erfassen ist.
Auf den ersten Blick wirkt die Frage harmlos. Es geht um dauerhafte beziehungsweise chronische Erkrankungen und chronische Infektionen. In Klammern werden dann Beispiele genannt, die sehr stark in Richtung schwerer Erkrankungen gehen: etwa Krebs, Diabetes, Multiple Sklerose, Epilepsie, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Einschränkungen der Nierenfunktion, Hepatitis, HIV und ähnliche Themen.
Wenn man das als Laie liest, denkt man vermutlich sofort: Okay, hier geht es um schwere Krankheiten. Wenn ich so etwas nicht habe, kann ich die Frage verneinen.
Und genau hier liegt aus meiner Sicht das Problem.
Denn die Frage beschränkt sich eben nicht eindeutig auf diese schweren Erkrankungen. Die genannten Diagnosen sind Beispiele. Der eigentliche Einstieg ist deutlich weiter: dauerhafte beziehungsweise chronische Erkrankungen.
Und das kann viel mehr sein, als die meisten Menschen spontan im Kopf haben.
Warum Frage 6 so gefährlich sein kann
Der normale Kunde liest vermutlich: „Schwere chronische Erkrankungen.“
Ich lese dagegen: „Bitte prüfe sehr genau, ob irgendeine dauerhafte Erkrankung oder chronische Infektion besteht oder bestand.“
Das sind zwei völlig unterschiedliche Welten.
Was bedeutet eigentlich „dauerhaft“?
Genau hier beginnt die praktische Schwierigkeit. Denn dauerhaft heißt nicht automatisch dramatisch. Dauerhaft heißt nicht automatisch behandlungsbedürftig. Dauerhaft heißt auch nicht zwingend, dass aktuell Beschwerden bestehen.
Eine Erkrankung kann dauerhaft bestehen und trotzdem im Alltag kaum auffallen. Sie kann gut eingestellt sein. Sie kann seit Jahren keine größeren Probleme gemacht haben. Sie kann für den Kunden subjektiv völlig harmlos wirken.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass sie bei einer solchen Frage irrelevant ist.
Und genau das ist für Laien extrem schwer zu erkennen.
Die Facharzt-Formulierung macht es nicht besser
Noch komplizierter wird es durch den zweiten Teil der Frage. Dort wird sinngemäß zusätzlich darauf abgestellt, ob wegen einer dieser Erkrankungen Untersuchungen, Beratungen oder Behandlungen bei bestimmten Fachärzten, anderen Fachärzten oder sonstigen Behandlern erfolgt sind.
Zunächst werden einzelne Fachrichtungen genannt, zum Beispiel Kardiologe, Orthopäde, Psychiater, Onkologe und Neurologe.
Das wirkt auf den ersten Blick konkret.
Aber dann folgt sinngemäß: anderer Facharzt oder sonstiger Behandler.
Und damit wird der Kreis plötzlich riesig.
Denn „anderer Facharzt“ kann praktisch alles sein: Augenarzt, Hautarzt, HNO-Arzt, Gastroenterologe, Urologe, Nephrologe und viele weitere.
Und man darf dabei eines nicht vergessen: Selbst der normale Hausarzt ist in Deutschland bereits ein Facharzt — nämlich Facharzt für Allgemeinmedizin beziehungsweise Innere Medizin.
Für viele Kunden dürfte der Begriff „Facharzt“ deshalb deutlich enger klingen, als er tatsächlich ist.
Und „sonstiger Behandler“ öffnet den Kreis noch weiter, etwa in Richtung Physiotherapie, Osteopathie, Heilpraktiker oder andere nichtärztliche Behandler.
Damit ist die Frage aus meiner Sicht nicht mehr wirklich vereinfacht. Sie ist im Gegenteil sehr weitreichend und gleichzeitig schwer verständlich.
Praxisbeispiele: Warum viele Kunden diese Frage falsch einschätzen könnten
Damit klarer wird, warum ich Frage 6 so kritisch sehe, schauen wir uns ein paar typische Beispiele an.
Genau diese Beispiele zeigen das Problem: Es geht nicht darum, dass Canada Life solche Themen nicht wissen darf. Natürlich darf und muss ein Versicherer relevante Risiken prüfen.
Aber der Kunde muss erkennen können, was gefragt ist.
Und an dieser Stelle habe ich meine Zweifel.
Mein Hauptkritikpunkt: Der Eindruck passt nicht zur Tragweite
Die Aktion erzeugt auf den ersten Blick den Eindruck, als müssten vor allem Bewegungsapparat und Psyche angegeben werden. Das klingt einfach. Das klingt angenehm. Das klingt nach einer stark vereinfachten Gesundheitsprüfung.
Doch Frage 6 holt dann über die Hintertür sehr viele weitere Themen wieder hinein.
Und genau das finde ich problematisch.
Nicht, weil ich finde, dass Canada Life jeden Kunden ohne saubere Prüfung versichern sollte. Das wäre Unsinn. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung braucht eine vernünftige Risikoprüfung. Sonst leidet langfristig das gesamte Kollektiv.
Auch bedeutet eine Angabe keineswegs automatisch, dass der Antrag abgelehnt wird, ein Ausschluss kommt oder ein Zuschlag verlangt wird. Viele Angaben sind am Ende unproblematisch. Es kommt immer auf den konkreten Einzelfall an.
Aber Gesundheitsfragen müssen so formuliert sein, dass normale Menschen sie ohne Spezialwissen richtig beantworten können.
Und genau das ist bei dieser Frage aus meiner Sicht nicht gelungen.
Vergleich zur HDI-Aktion
Interessant ist der Vergleich mit der HDI. Dort werden vergleichbare Themen aus meiner Sicht deutlich sauberer auf mehrere einzelne Fragen verteilt.
Die HDI trennt sinngemäß unter anderem:
- schwere Erkrankungen mit klarer Aufzählung, was angegeben werden muss,
- Kardiologe in den letzten drei Jahren,
- Orthopäde in den letzten drei Jahren,
- psychische Beschwerden bei irgendeinem Arzt in den letzten drei Jahren,
- und mehr als zwölf Verordnungen bei einem Therapeuten.
Das ist nicht automatisch „lockerer“, aber aus meiner Sicht verständlicher. Der Kunde erkennt besser, worum es geht. Genau diese Trennung hätte Canada Life an dieser Stelle ebenfalls gutgetan.
Frage 7, 8 und 9: Wieder deutlich unproblematischer
Nach Frage 6 wird es aus meiner Sicht wieder deutlich nachvollziehbarer.
Stationäre Aufenthalte der letzten fünf Jahre abzufragen, ist marktüblich und absolut in Ordnung. Gerade Krankenhausaufenthalte, Operationen, Reha, Kur, psychosomatische Klinik oder Entzugsklinik sind für die Risikoprüfung nachvollziehbar relevant.
Auch die Frage nach Drogenkonsum oder Betäubungsmitteln in den letzten fünf Jahren ist grundsätzlich verständlich. Dass ausdrücklich auch Cannabis genannt wird, macht die Frage allerdings konservativ. Gerade seit der gesellschaftlichen und rechtlichen Neubewertung von Cannabis wird man über die Reichweite solcher Fragen sicher diskutieren können. Für die BU-Risikoprüfung ist die Frage aber nicht völlig überraschend.
Frage 9 zu Renten wegen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit, Unfallinvalidität, gesundheitlichen Gründen, Behinderung oder Erwerbsminderung ist aus meiner Sicht ebenfalls absolut nachvollziehbar.
Mein kritischer Punkt bleibt daher klar auf Frage 6 konzentriert.
Geht es mir darum, Canada Life schlechtzumachen?
Nein. Ganz ausdrücklich nicht.
Ich finde viele Teile dieses Formulars sogar gut. Die kurzen Abfragezeiträume bei Medikamenten und Arbeitsunfähigkeit sind fair. Die Struktur bis Frage 5 ist nachvollziehbar. Auch die grundsätzliche Idee, jungen Berufstätigen einen einfacheren Zugang zur Berufsunfähigkeitsversicherung zu ermöglichen, ist absolut sinnvoll.
Mein Problem ist nicht, dass gefragt wird.
Mein Problem ist, wie gefragt wird.
Eine weitreichende Gesundheitsfrage darf nicht so wirken, als sei sie eng begrenzt. Denn genau daraus entstehen später die gefährlichen Situationen.
Der Kunde denkt: „Das war doch nicht gemeint.“
Der Versicherer sagt im Leistungsfall: „Doch, genau danach haben wir gefragt.“
Und plötzlich geht es nicht mehr um eine schöne Marketingaktion, sondern um die Frage, ob ein Vertrag im Ernstfall wirklich hält.
Der entscheidende Punkt
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist kein Produkt, bei dem es reicht, wenn der Antrag schnell durchgeht.
Wichtig ist, dass der Vertrag im Leistungsfall hält. Und dafür müssen Gesundheitsfragen sauber, vollständig und richtig beantwortet werden.
Was ich an der Aktion ausdrücklich positiv finde
Trotz meiner deutlichen Kritik an Frage 6 gibt es bei der BU&YOU-Aktion auch mehrere Punkte, die ich wirklich positiv hervorheben möchte.
Und diese Vorteile sind aus meiner Sicht durchaus relevant.
Keine Frage nach bestehenden BU-Versicherungen
Besonders spannend finde ich, dass im Rahmen der Aktion nicht nach bereits bestehenden Berufsunfähigkeitsversicherungen gefragt wird.
Das kann gerade für Menschen interessant sein, die bereits eine BU besitzen und ihren Schutz sinnvoll erweitern möchten.
Viele Versicherer begrenzen Neuabschlüsse über die sogenannte finanzielle Angemessenheit. Vereinfacht gesagt soll die gesamte abgesicherte BU-Rente in einem nachvollziehbaren Verhältnis zum Einkommen stehen.
Wenn ein Versicherer bestehende Verträge nicht explizit abfragt, kann das in bestimmten Konstellationen zusätzliche Möglichkeiten eröffnen, den eigenen Schutz zu ergänzen.
Keine Frage nach gefährlichen Hobbys
Ebenfalls bemerkenswert: Im Kurzformular wird nicht nach gefährlichen Hobbys gefragt.
Gerade Menschen mit risikoreicheren Freizeitaktivitäten kennen das Problem: Motorradrennen, Kampfsport, Klettern, Tauchen, Fallschirmspringen oder ähnliche Hobbys führen bei vielen Versicherern schnell zu Zuschlägen, Ausschlüssen oder sogar Ablehnungen.
Dass diese Themen hier nicht aktiv abgefragt werden, kann für bestimmte Zielgruppen ein echter Vorteil sein.
Keine Frage nach geplanten Auslandsaufenthalten
Auch auf Fragen zu geplanten längeren Auslandsaufenthalten verzichtet Canada Life im Rahmen der Aktion.
Das ist insbesondere für junge Berufseinsteiger interessant, die:
- Work & Travel planen
- vorübergehend im Ausland arbeiten möchten
- digitale Nomaden sind
- oder internationale Karrierepläne verfolgen
Viele Versicherer prüfen solche Themen deutlich genauer oder stellen hierzu umfangreiche Zusatzfragen.
Dass dies hier entfällt, macht die Aktion für bestimmte Zielgruppen durchaus attraktiv.
Genau deshalb finde ich die Aktion insgesamt auch so spannend: Sie bietet einige wirklich interessante Vorteile — gleichzeitig halte ich aber insbesondere die Formulierung von Frage 6 für hochkritisch.
Mein Fazit zur Canada Life BU&YOU-Aktion
Die BU&YOU-Aktion der Canada Life ist aus meiner Sicht eine der spannendsten Aktionen der letzten Zeit im Bereich der Berufsunfähigkeitsversicherung für junge Leute.
Und das meine ich ausdrücklich positiv.
Die Aktion enthält mehrere Punkte, die wirklich attraktiv sind:
- sehr kurze Abfragezeiträume,
- keine Frage nach bestehenden BU-Versicherungen,
- keine Frage nach gefährlichen Hobbys,
- keine Frage nach geplanten Auslandsaufenthalten
- und insgesamt ein zunächst sehr niedrigschwelliger Zugang zur BU-Versicherung.
Und genau deshalb halte ich die Aktion auch für relevant.
Mein zentraler Kritikpunkt bleibt allerdings die Formulierung von Frage 6.
Denn aus meiner Sicht entsteht durch Marketing und Außenwirkung zunächst der Eindruck stark vereinfachter Gesundheitsfragen — während die tatsächliche Tragweite dieser einen Frage von vielen Kunden vermutlich massiv unterschätzt werden dürfte.
Die Formulierung ist aus meiner Sicht:
- zu umfassend,
- zu interpretationsfähig,
- nicht sauber abgegrenzt
- und für medizinische Laien nur schwer vollständig verständlich.
Besonders kritisch sehe ich dabei, dass viele Kunden vermutlich davon ausgehen dürften, nur „schwere“ oder aktuell behandlungsbedürftige Erkrankungen angeben zu müssen — obwohl die Frage aus meiner Sicht deutlich weiter reicht.
Und genau das kann im Leistungsfall später problematisch werden.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Canada Life „schlechtzureden“.
Versicherer müssen Risiken kalkulieren. Gesundheitsfragen müssen sauber gestellt werden. Und selbstverständlich bedeutet eine Vorerkrankung nicht automatisch eine Ablehnung oder einen Zuschlag.
Aber gerade deshalb halte ich es für extrem wichtig, dass Gesundheitsfragen für normale Kunden eindeutig, transparent und möglichst missverständlich formuliert sind.
Mein persönlicher Eindruck: Die Aktion hat echtes Potenzial — wäre aus meiner Sicht aber deutlich stärker, wenn Frage 6 klarer, strukturierter und transparenter formuliert worden wäre.
Wer die Aktion nutzen möchte, sollte die Gesundheitsfragen deshalb keinesfalls „nebenbei“ beantworten, sondern sich sehr genau mit der tatsächlichen Tragweite beschäftigen.
Du möchtest wissen, ob die Canada-Life-Aktion für Dich passt?
Dann solltest Du die Gesundheitsfragen nicht einfach allein ausfüllen. Gerade bei vereinfachten Aktionen lohnt sich ein genauer Blick, weil kleine Details später große Auswirkungen haben können.
Wir prüfen mit Dir gemeinsam, ob die BU&YOU-Aktion sinnvoll ist oder ob ein anderer Versicherer besser zu Deiner Gesundheitshistorie passt.
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